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Friedrich Nerly "Natur und Antike ..."

Mit dem Kunstkreis zur Romantikkunst in Rom und Venedig

Busfahrt zur Bremer Kunsthalle zum vergessenen Romantiker Friedrich Nerly 

 

Mit der Busfahrt nach Bremen wollen wir als private Organisatoren die mitfahrenden Besucher motivieren und aufklären (überzeugen?), dass es neben den großen bekannten Romantikern wie Kaspar-David Friedrich und Carl Spitzweg noch weitere zu erwähnende Vertreter der romantischen Kunst wie Friedrich Nerly gab - welcher vielleicht nur vergessen worden ist.

 Von Sehnsucht getrieben reiste der Erfurter Maler Friedrich Nerlich (später Nerly) 1828 als 20-Jähriger nach Italien und verbrachte hier einenbeachtlichen Teil seines Lebens. Die Kunsthalle Bremen widmet ihm nun zwei Ausstellungen: "Natur und Antike. Der Romantiker Friedrich Nerly in Rom“ und eine kleine ergänzende Ausstellung im Kupferstichkabinett" Die Bremer Ausstellung konzentriert sich auf das in Rom und Süditalien entstandene Frühwerk. Nerly war einer der ersten Maler, die sich für die Ruine der antiken Wasserleitung Aqua Claudia vor den Toren Roms interessierten. Das Aquädukt avancierte im 19. Jahrhundert zu einem beliebten Sujet der Landschaftsmalerei. In Bremen sind auch Darstellungen des Motivs von Nerlys Zeitgenossen zu sehen, z. B. von Carl Blechen (1798– 1840) oder Carl Spitzweg (1808–1885). Eine Fotoserie von Hans-Christian Schink (*1961) eröffnet einen gegenwärtigen Blick auf dieses antike Bauwerk und die Entwicklung der umgebenden Landschaft.

Zwar war Friedrich Nerly zu Lebzeiten sehr erfolgreich, doch geriet sein Werk nach seinem Tod in Vergessenheit. Die erste und für Jahrzehnte letzte Einzelausstellung fand erst wieder 1957 statt und zwar in der Kunsthalle Bremen: Anlass war der Ankauf eines umfangreichen Konvoluts von einer Nachfahrin des Künstlers. Nerlys malerisches Werk zeichnet sich besonders durch die atmosphärische Darstellung der Lichtverhältnisse aus. Seine Stadt- und Landschaftsansichten sind ebenso stimmungsvoll wie präzise in der Ausführung der architektonischen und topografischen Details. Die aktuelle Ausstellung verfolgt auch das Ziel, den Künstler wieder einer breiteren Öffentlichkeit bekannt zu machen und Grundlagen für die weitere Forschung anzubieten. So wurde in diesem Zusammenhang erstmals die gesamte Bremer Nerly-Sammlung digitalisiert.

Es geht um Nerlys frühe Schaffenszeit in Rom in den Jahren 1829 bis 1835. Er malt idyllische Meeresbuchten, gischt-schäumende Wasserfälle und sonnenbeschienene Berge, sattgrüne Zypressen, weidende Schafherden und immer wieder von Gestrüpp überwucherte antike Tempelanlagen. Dabei sucht Nerly stets ungewohnte Perspektiven und Motive, sagt die Kuratorin Dorothee Hansen: "Eine Stadt wie Rom war schon hunderttausendmal dargestellt worden. Er sucht neue Blickwinkel und neue Orte. Orte, die heute völlig vergessen sind und die auch damals abseits der touristischen Reisewege lagen." Ruinen der römischen Wasserversorgung aus Kaiser Das Hauptwerk der Ausstellung "Campagnalandschaft mit Aqua Claudia" zeigt die imposanten Claudius Zeiten. Das Bild war selbst in ruinösem, fast verfallenem Zustand, konnte aber aufwendig restauriert werden. Nerly galt zu seinen Zeiten als Trendsetter. Als einer der ersten deutschen Freiluftmaler wagte er sich mit Pinsel und Leinwand zu den antiken Ruinen in die abgelegene Campagna Romana und machte sie zum Hauptmotiv seiner Bilder. Die Ausstellung verdeutlicht auch, wie sein Bildmotiv der antiken Wasserleitung, der Aqua Claudia, Motiv-Karriere machte. Bei Nerlys Zeitgenossen wie beispielsweise Carl Spitzweg ist es zehn Jahre später ebenfalls Mittelpunkt der Szenerien.

Und was zeigt die Ausstellung "Nerly in Venedig. Von Gondeln und Palästen?“ Ein Abstecher ins Kupferstichkabinett führt nach Venedig, wo Nerly nach seinen Jahren in Rom bis zu seinem Tod lebte. Hier hatte der Tourismus gerade erst begonnen und immer mehr Menschen besuchten die Stadt. Nerly erschließt sich den neuen Markt mit Gemälden, die Ansichten vom Canale Grande, bei Tag und bei Nacht, Dogenpalast und Salute-Kirche, von Gondeln und Segelschiffen zeigen. Zu seinem ikonischen Motiv wird "die Markussäule in Venedig bei Mondschein". 50 Zeichnungen und Aquarelle, Architekturstudien von Pflastersteinen, Säulenkapitellen und Palazzi-Fenstern zeigt diese Ausstellung insgesamt.

Die beiden Ausstellungen bringen uns den heute eher unbekannten Künstler Friedrich Nerly nahe. Die meisten Gemälde, Ölstudien, Zeichnungen und Aquarelle gehören der Kunsthalle Bremen. Auch aus dem Angermuseum in Erfurt stammen Exponate und aus privaten Sammlungen. Manche sind zum ersten Mal öffentlich zu sehen. Wer seine Italiensehnsucht stillen möchte, kann sich in diesen beiden Ausstellungen von Friedrich Nerly in der Kunsthalle Bremen mal so richtig sattsehen.

Der Bus startet um 7.30 Uhr  -  Rückfahrt um 19 Uhr – am Domänenhof in Bad Gandersheim.  Bitte anmelden unter>> hahesse@ gmx.de<< oder Tel. 053824385. Mit Busfahrt, Führung und Eintritt beträgt der Reisepreis 70 Euro (für Mitglieder 63 Euro). Zu überweisen auf  NORD-LB-SEESEN unter IBAN HEIDRUN HESSE  DE85 2505 0000 0151 4641 61 unter Stichwort. Nerly/Bremen als feste Anmeldung.