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Goldrausch - Die Sehnsucht nach der Schönheit

Malerei – Grafik – Skulptur von Maria Schmidt Dzionsko und Ralf Ahrens

 

In dem künstlerischen Dialog, der diese Ausstellung in Bad Gandersheim durchzieht, spiegeln sich die Motive der französichen Salonmalerei, wie sie auch Alexandre Cabernet so stilbildend prägte. Die ansehnliche Pose ebenso wie der gute Geschmack und die neuesten modischen Trends demonstrieren ein Stück Lebenskultur.


Schon das Thema „Goldrausch“ mit all seinen Assoziationen und Metaphern knüpft an Werte mit Bestand an, an glänzende Ansichten und Aussichten und demonstriert das sichtbar kostbare Eigentum. Es wird in Schmuck verewigt und verleiht seinen Besitzern dazu noch einen besonderen Glanz, der so Manches zu überlagern vermag.

 

Auch Falten und Runzeln und all die weniger schmeichelhaften Attribute, die den schönen Schein schon seit ewigen Zeiten einfach sabotieren. Vom schönen Schein lassen wir uns alle gern berauschen, vor allem wenn er so kunstvoll inszeniert ist wie in der medialen Öffentlichkeit, die heutzutage den Ton angibt: Sie versteht sich eben wie auch die Salonkultur auf Glanz und Glamour und auf modische Trends und Accessoires, die immer wieder gern mit musikalischen und literarischen Geschmacksformen gemixt werden.


Natürlich ist nicht alles Gold, was glänzt und berauscht. Im Gegenteil. Auch nicht das Schönheitsideal, das der heutige Zeitgeschmack ebenso propagiert wie es der vor gut 150 Jahren tat. Wenn Maria Schmidt Dzionsko und Ralf Ahrens zwei ihrer Frauenportraits mit dem Titel „Schabracken“ versehen, dann klingt das zwar abschätzig. Aber die Tatsache bleibt, das uns allen vertraut ist. Ein Verstellungsspiel gegen das Alter oder gegen die Wohlstandspolster, genährt von dem Wunsch, gleichwohl eine Machtpose auch als solche verstanden wis-sen zu wollen.


Der immaterielle Goldrausch mit all den Visionen von Schönheit und Ästhetik und Genuss mag sich eben auch in einem himmlischen Wolkengebilde zu entfalten. Jede Bewegung ist eine Momentaufnahme, wie sie die Künstler mit einer Serie ansprechen. Wie sich die Geste im Moment des Erkennens schon fast verflüchtigt, weil sie ja nur vorübergehend von Bedeutung ist und schon bald in eine weitere Bewegung mündet.


Geschichten vom schönen Schein und was er alles zu ummanteln vermag, erzählen Maria Schmidt Dzionsko und Ralf Ahrens gern auch pointiert, wenn sie den oberflächlichen Glanz dann noch mit ein bisschen Extrapolitur veredeln. Edel sehen sie aus, die kleinen Handschmeichler aus Gips, wie sie jetzt als Kostbarkeiten schimmern. Und dann erst die Rosen, die ihre verführerische Wirkung demonstrieren, wenn sie reliefartig im Licht des Modesalons strahlen.