Link verschicken   Drucken
 

Kaiserringträger Michajlow

Die Ausstellung im Mönchehaus zu Goslar zeigt zahlreiche Arbeiten aus den wichtigsten Werkserien des 1938 in Charkow (Ukraine) geborenen Künstlers. Michajlow, der auf autodidaktischem Wege zur Fotografie fand und heute in Berlin und Charkow lebt, gehört unbestritten zu den bedeutendsten Chronisten der sowjetischen und postsowjetischen Gesellschaft.

 

In den ausgestellten Werkreihen „Sandwich”, „Red“, „Luriki” und „Sots-Art” aus den sechziger bis in die achtziger Jahre unterwandert Michajlow den allgegenwärtigen Sozialismus durch nachträgliche Kolorierung und surreal erscheinende Überlagerungen.

 

Grotesk anmutende dokumentarische Szenen zeigt Michajlow in der Schwarzweißserie „Salzsee” (1986). Unbeeindruckt von einer feindseligen Industrielandschaft suchen Badende Erholung in schäumenden Abwässern.

 

Nach dem Zusammenbruch des Sowjetimperiums setzte sich Michajlow kritisch mit dem Einzug westlichen Lebensstils („Tea, Coffee, Cappucccino“, 2000-2010) und den ungelösten sozialen Folgen der Perestroika auseinander.

 

Zu den bekanntesten Serien gehört „Case-History” (1997/98), in der er Obdachlose schonungslos und in inszenierten Posen zeigt.

 

Eine Industriezone im Donezbecken aus dem Jahre 2012 („Promzona“) sowie die dramatisch düsteren Bilder „At Dusk” (1993) zeigen die Folgen sowjetischer Wirtschaftspolitik und die alptraumhafte Stimmung der Menschen in Charkow nach dem Untergang des Systems.

 

Mit dem Monumentalbild „Time Out” aus der Serie „The Theatre of War” erweist sich Boris Michajlow als sensibler Chronist der aktuellen politischen Situation in der Ukraine. Während der Proteste Ende 2013 befand er sich mitten unter den Demonstranten auf dem Kiewer Majdan und fotografierte die Zusammenstöße zwischen Bürgern und Staatsgewalt aus nächster Nähe.

 

Während der gesamten Adventszeit findet in Goslar bis 20:00 Uhr ein Adventsmarkt statt. Da biete es sich an, ihn nach der Ausstellungsführung zu besuchen.

 

Je nach Wunsch und Teilnehmerzahl ist esmöglich, dass eine Gruppe mit Niedersachsen-Ticket sofort nach Hause fährt, währen die andere Gruppe (mit zweitem Niedersachsen-Ticket) erst noch über den Markt schlendert.