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Kaiserringtraeger Jimmi Durham

Unerwartete Assoziationen,


die die Sicht auf die Realität mit Scharfsinn und Humor verändern

Der Kaiserringträger Jimmi Durham stellt im Mönchehaus zu Goslar aus

Skulpturen, Installationen, Malerei, Zeichnungen, Per- formances, Videos und Fotografien: Das Œuvre von Jimmie Durham ist vielgestaltig und resultiert oft aus diesem Prozess der Zusammenstellung und der Gegenüberstellung von Werkstoffen / Rohstoffen oder gefundenen Objekten. Geschaffen aus natürlichen oder gefertigten Materialien, aus Überresten oder Abfällen funktionieren seine Werke durch unerwartete Annä- herungen, eine Umwandlung des Realen erfolgt mit Scharfsinn / Weitsich-tigkeit und Humor. Jimmie Durhams Werk kann keiner künstlerischen Bewegung zuge- ordnet werden. Es geht über vorhandene Kategorien/ Klassifizierungen hinaus und trachtet danach, einem jeglichen hierarchischen System zu entfliehen / zu  entschlüpfen, verbunden mit  der permanenten Forderung

 nach Freiheit. Es ist besonders diese Einzigartigkeit, die einerseits auf einer großen Herausforderung gegenüber sich selbst basiert und einer poetischen Herangehensweise / Kontakt zur Welt, was Jimmie Durham die Kontinuität der Künstler fortsetzen lässt, die mit dem Preis aus Goslar bereits geehrt wurden.

Die Beziehung, die Jimmie Durham zur Welt unterhält, die ihn umgibt, ist sehr persönlich. Auf natürliche Weise eignet er sich an, was uns ethnisch weit entfernt scheint, und lässt uns das fremd erscheinen, was uns vertraut ist. Er gesteht ein: „Wenn sich ein Stück Holz sehe, den Schädel eines Hundes, eine Plastikflasche, dann fühle ich, dass es da eine Verbindung gibt. Jeder dieser Gegenstände hat eine politische und materielle Geschichte, die ähnlich meiner eigenen ist“. Er versucht die „Herkunft“ und den Kontext wieder herzustellen, in dem jedes Objekt sich hat entwickeln können, bevor es aus künstlerisches Material „gewählt“ wurde; Durham lässt sich vom Zufälligen und Diskontinuierlichen leiten, die jeder Existenz zu eigen sind. Koinzidenzen und Zufällen gegenüber, die an der Bildung einer Identität teilhaben, sehr aufmerksam, kreiert er unerwartete Assoziationen, bei denen jede ein Fragment persönlicher und kollektiver Geschichte beiträgt. Jimmie Durham lässt die Dinge kommen, er ergreift sie, weil sie gleichzeitig etwas Essentielles und den Moment ergreifendes/Spontanes, etwas Solides und etwas Fragiles, haben. Er ordnet sie anders an, und vermittelt denen, die sie anschauen, eine neue Fragestellung. In der performativen Dimension seines Werkes ermöglicht ihm der Rückgriff auf Haushaltsgegenstände (Kühlschrank, Tisch,Telefon ... ) mit großer Unmittelbarkeit , mit einer

 bestimmten Brutalität die erprobte ästhetische Ordnung zu hinterfragen. Sensibel gegenüber Sprache integriert der Künstler in seinen Arbeiten einfache  Worte, die durch ihren Klang und ihren verzögerte/versetzten Einsatz von Beschriftung/Inschriften, am Aufbau des Werkes teilhaben, indem sie deren anschauliche/vielsagende Kraft verstärken