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Möbelstile der Renaissance und des Barock

Vortrag von Thomas Schmalz

Am 17.August hat Thomas Schmalz unter dem Titel „Möbelstile von der Antike bis zum Barock“ an Hand zahlreicher Abbildungen einen Einblick in die Entwicklung der Möbel in jener Zeit gegeben. Einleitend berichtete er darüber, welches Mobiliar in vergangenen Zeiten vorhanden war. So gab es bei den alten Ägyptern vor 4.000 Jahren, bei den alten Griechen vor 2.500 und bei den Römern noch keine Möbel in unserem Sinne, sondern es existierten im Grunde nur Sitzgelegenheiten.

 

Dabei handelte es sich oft nur um Hocker, einfache Stühle und höchstens sesselartige Möbel. Dazu kamen nur kleine, später auch größere Tische und Gestelle zur Aufnahme von Platten und Tabletts, später aber Gestelle zum Schlafen und Ruhen. Das Material bestand je nach Vorhandensein aus Schilf, Holz, Leder und auch Metall.


Der Anfang unserer Möbel, insbesondere der Schränke, leitete sich von der Truhe her. Die seinerzeitige mobile Gesellschaft mit häufigem Ortswechsel hatte nur transportable Wohngegenstände. Dies gilt allerdings nur für die Oberschicht, den Klerus und den Adel, die den gesamten Hausrat mit sich führten. Über die Einrichtung der unteren, immobilen Bevölkerungsschichten ist wenig bekannt. Die Truhen wurden zunächst aus plumpen Brettern hergestellt, welche durch Metallbänder zusammengehalten wurden.

 

Mit zunehmendem Wohlstand und Sesshaftigkeit wurden die Truhen in der Renaissance (etwa 1460 bis1600) mehr verziert und auch auf Beine gestellt. Der nächste Schritt war das Übereinanderstellen von zwei Truhen, das dann dazu führte, dass Türen statt eines Deckels entstehen mussten. Dabei entstanden auch die Scharniere. Ebenfalls entwickelten sich geschnitzte Füße und feinere Holzarbeiten.


Diese ursprünglichen Schränke wurden im Laufe der Zeit immer reicher mit Intarsien und Vielfarbigkeit verziert und erreichten in ihrer Ausstattung im Barock (etwa 1620 bis 1750) einen ästhetischen Höchststand. Die Möbel wurden ausschweifender und wulstiger gestaltet. Schwere Säulen und klobige Füße zeugen von Reichtum Wohlstand und Pracht.


Im Spätbarock, dem Rokoko (etwa 1735 bis 1770), gestaltete sich das Mobiliar leichter und verspielter und drückte durch asymmetrischen Zierrat die Lebensfreude aus. So zeigten sich als Motive auch Vögel, Pflanzen, Blumen und Musikinstrumente. Aber auch die Lacktechnik und chinesische Motive hielten Einzug.