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Unsere dritte Fahrt führte uns zum 'Maler der Elemente', William Turner, im Buccerius-Kunstforum in Hamburg

Nach den ersten drei gelungenen Ausstellungsfahrten zu Chagall nach Hamburg im Januar dieses Jahres, zu Giacometti nach Wolfsburg im Februar sowie zur „Duckomenta“ nach Hildesheim im April besuchte nun der Kunstkreis am 1. Juli 2011 mit einer beachtlich großen Gruppe von 44 Kunstinteressierten aus Bad Gandersheim und Umgebung die William–Turner–Ausstellung im Bucerius Kunst Forum zu Hamburg.


Der Reisebus startete um 7:30 Uhr und erreichte sein Ziel pünktlich um 11:00 Uhr, so dass die zwei gebuchten Führungen um 11:30 Uhr beginnen konnten. Da kein allzu großer Andrang herrschte, konnten die Teilnehmer mit Hilfe der Kopfhörer mühelos den Ausführungen der beiden recht engagierten und sympathischen Führungen folgen.


Die umfassende Ausstellung des bedeutendsten britischen Künstlers William Turner präsentiert insgesamt 95 Werke des Romantikers, der als Vorreiter des Impressionismus gilt. Die meisten stammen aus der Tate Gallery in London sowie aus weiteren britischen und amerikanischen Sammlungen. 15 Aquarelle waren bisher nicht ausgestellt oder publiziert. Mit seinem Lebenswerk wollte Turner der Landschaftsmalerei vor der Historienmalerei einen höheren Rang einräumen. Seine Zeitgenossen sahen in ihm den „Maler der Elemente“, er wurde aber häufig für seinen formlosen, abstrakten Stil kritisiert.


Die im Bucerius Forum konzipierte Präsentation ist in fünf Bereiche unterteilt: in Erde, Feuer, Luft, Was-ser und Fusion. „Erde“ zeigt frühe Aquarelle mit vielen Gebirgsmotiven aus der Zeit vor 1800, basierend auf den Eindrücken seiner Reise in die Alpen: zum Beispiel zeigt das Bild „St. Gotthard“ aus dem Jahre 1806/1807 eine bedrohliche Wirkung. Im Bereich „Luft“ sind seine Wolkenstudien und seine Aquarellgruppe zu Wettererscheinungen zu sehen („Stürmischer Wind“).

 

Im Komplex „Wasser“ werden brechende Wel-len und „Stürmische See“ (1829) gezeigt; explodierende Rot-Töne wie feurige Vulkane mit dem Gemälde „Glühender Sonnenuntergang vor der Küste“ (1841-45) prägen den Bereich „Feuer“. Turner verarbeitete in einer Farbstudie von 1834 seine Eindrücke als Augenzeuge eines Brandes im britischen Parlament in London, welches ihn als Künstler geprägt haben soll. Der letzte Bereich „Fusion“ ist in William Turners Spätwerk zu sehen.

 

Hier werden die Elemente auf kraftvolle Weise und in den leuchtendsten Farben miteinander vermischt. Die Themen Feuer, Wasser Luft, Erde und Fusion veranschaulichen die langjährig andauernde Entwicklung der Turnerschen Landschaftsmalerei. Mit seiner Vision der Elemente, welche durch Energie miteinander verschmelzen, und seiner ausgeprägten Maltechnik, basierend auf den Erkenntnissen in den Naturwissenschaften, verschmelzen auch die Formen wie die Elemente miteinander.


Eingenommen von den atmosphärischen Eindrücken von William Turners Werken in der einstündigen Führung hatte anschließend jeder genügend Zeit, sich noch einmal  Turners Werken zuzuwenden, im Bucerius–Café die Seele baumeln zu lassen oder außerhalb des Museums in der Gruppe oder allein in einem net-ten Restaurant zu sitzen oder aber sich in das Großstadtgetümmel zu begeben und vielleicht Shopping zu gehen. Um 14:.00 Uhr startete dann der Bus, um das nächste Ziel, Worpswede, anzufahren. Dort um 16:00 Uhr angekommen konnte jeder Mitfahrer für sich entscheiden, wie er seinen zweistündigen Aufenthalt in Worpswede gestaltet.

 

Den Vorschlägen der Organisatoren gemäß gab es folgende Möglichkeiten: Besichti-gung der Künstler-Ateliers — Besuch des Modersohn-Hauses — Stadtbummel mit Kaffeetrinken — oder letztendlich den Besuch einer Ausstellung in der Worpsweder Kunsthalle mit gebuchter Führung unter dem Titel: „Menschenbilder“ (Sammlung des Bundes) mit 80 Werken von 34 Künstlern, welche aus Zeitgründen leider nicht zu Ende geführt werden konnte. Im Bus fand auf der Rückfahrt noch ein reger Austausch der vielen schönen Eindrücke und Erlebnisse statt.


Und weil es in Worpswede so schön war und es so viel zu sehen gibt, soll es demnächst eine weitere Fahrt dorthin geben, welche frühzeitig in der örtlichen Presse und durch die Kunstkreispost bekannt gegeben wird.